Nouakchott

Auch genannt: Nawākšūṭ, Nuakschott, Nwakcoṭ

Ganz Mauretanien in einer Stadt

Nouakchott ist Mauretaniens Hauptstadt seit dessen Unabhängigkeit im Jahre 1960. Mit über einer Million Einwohnern ist der Ort an der Atlantikküste der bei Weitem größte im sogenannten Bilad Shinqit. Auch der zweitgrößte Hafen des Landes befindet sich in Nouakchott. Geprägt durch das Küstenklima und den Nordpassat herrschen vergleichsweise milde Temperaturen vor, am heißesten ist die Zeit zwischen August und Oktober. Die Geschichte Nouakchotts ist weit weniger bedeutend als etwa jene Chinguettis oder Oualatas. Tatsächlich aber ist die Stadt mehr als nur Ausgangspunkt für Touren Richtung Tagant und Adrar; vielmehr gibt es auch im Ort der Winde einiges zu sehen. Fischereihafen (Port de pêche), Kamelmarkt, Saudische Moschee, Marché Capitale, Nationalmuseum, Zeltmarkt und Stadtgarten bieten viel Potential für eine vielfältige eintägige Stadtbesichtigung oder ersten Tag einer längeren Tour ins Landesinnere. Das Zentrum der Stadt bildet der Carrefour BMD, von dem aus man ein Taxi in alle Richtungen bekommt. Er trennt die Stadtteile Tevragh Zeina (die schöne Frau) und La Capitale. Nouakchott ist Mauritania-in-a-nutshell. Ob Kleidung, Speisen, Kultur oder Sprache: Vieles von dem, was Sie auf einer größeren Tour intensiver kennenlernen werden, erwartet Sie bereits in Nouakchott. So haben Sie alle Möglichkeiten, sich mit den lokalen Gegebenheiten in Mauretanien vertraut zu machen.


Highlights

  • Fischereihafen (Port de pêche)
  • Kamelmarkt
  • Nationalmuseum
  • Saudische Moschee
  • Stadtgarten
  • Zeltmarkt
  • Marokkanisches Viertel
  • Marché Capitale
  • Centre d´Artisanat

Nur ein kleines Verwaltungszentrum?

Nouakchott ist nicht nur die Hauptstadt Mauretaniens, sondern auch seine mit Abstand bevölkerungsreichste. Auch der zweitgrößte Hafen des Landes befindet sich vor Ort. Anders als etwa Chinguetti oder Oualata kommt Nouakchott historisch keine Bedeutung zu. Einst ein recht unbedeutendes Verwaltungszentrum der französischen Kolonialadministration, wurde dieses in den späten 50er-Jahren als Hauptstadt eines unabhängigen Staates Mauretanien geplant. Dabei allerdings wurden die architektonischen Pläne fatalerweise nur für max. 30000 Menschen ausgelegt. Man ging schlicht davon aus, dass die alten wirtschaftlichen Zentren auch die neuen sein würden, nicht aber der bis dato unbedeutende Ort in der Trarza-Region.

Größer als geplant

Zwei Ereignisse aber führten ihre Planungen ad absurdum. Der Westsaharakonflikt verursachte eine verschlechterte wirtschaftliche Lage und einen mehrmaligen Beschuss auf Nouakchott durch die POLISARIO. Verheerender noch waren allerdings die Dürreperioden (1971-75, 1978-84), die zu einer massiven Landflucht der bis dahin größtenteils nomadischen Bevölkerung führten. In nur 25 Jahren wuchs der in Städten lebende Teil der mauretanischen Bevölkerung von drei auf 44 Prozent. Die meisten zogen in die Vorstadtviertel (sog. Kebbas) wie El Mina und Arafat. Als Folge weisen diese ärmeren Kebbas noch heute provisorische Strukturen auf.

Museum made in China

Das Zentrum der Stadt bildet der Carrefour BMD, von dem aus man ein Taxi in alle Richtungen bekommt. Übrigens ist eine Taxifahrt in Nouakchott ein kulturell unvergessliches Ereignis und bei umgerechnet 25 Cent pro Fahrt auch durchaus erschwinglich. Im Zentrum mit seinen Hauptstraßen Ave du General de Gaulle, Ave Kennedy und Ave Gamal Abdel Nasser befinden sich die größten Märkte (z.B. Marché capitale) und Einkaufszentren (u.a. Galerie Tata), das Nationalmuseum, der Präsidentenpalast und die eindrucksvolle saudische Moschee. Der Carrefour BMD trennt die Stadtteile Tevragh Zeina (die schöne Frau) und La Capitale. Die saudische Moschee (offiziell: Medina-Moschee) ist nur für Muslime begehbar, allerdings ist ihre Architektur auch vor allem von außen interessant. Das von China gestiftete Nationalmuseum ist sowohl archäologisch als auch ethnografisch bedeutsam. Neben Ausgrabungen historischer Stätte finden Ausstellungen zu modernen Kunst oder islamischen Gelehrten darin ihren Platz.

Spaß am Hafen

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Nouakchotts ist der Fischereihafen (Port de Pêche), der zwischen den westlichen Rändern Tevragh Zeinas und Sebkhas liegt. Die bunt bemalten Einbaum-Holzfischerboote (Pirogen) fahren zu Dutzenden täglich aufs Meer hinaus und kommen gegen Nachmittag mit ihren Ladungen zurück. Das Spektakel des Fangens, Transportierens und Verarbeitens vor Ort bindet nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern ist auch eines der interessantesten Ereignisse, denen Touristen in der Hauptstadt beiwohnen können. Dabei kommen hier Lokaltraditionen und internationaler Markt zusammen. Die Kultboote etwa werden von lokalen Handwerkern gefertigt, während es fernab des täglichen Fischerei-Schauspiels am Hafen ebenfalls chinesische Großhändler gibt und der Hafen selbst von Japanern gebaut wurde. Übrigens ist die Fischerei ein Geschäft der Soudans, Bidhanis sieht man selten auf dem Markt und nie in einem der Boote. Ein kurzweiliger Spaß für Besucher ist dabei auch Sharra, das – ungefährliche – Schießen auf Zigarettenstummel direkt am Strand. Auch Kamel- oder Pferdereiten ist am Strand möglich, Schwimmen natürlich ebenso.

Viele, viele Wüstenschiffe

Der Kamelmarkt ist ein für westliche Besucher eher ungewöhnlicher Ort. Ein wenig außerhalb der Stadt werden dort neben hunderten Dromedaren täglich auch Rinder und Ziegen verkauft. Der Markt wird als einer der größten seiner Art in Afrika bezeichnet. Kein Wunder, dass es dort daher laut, unübersichtlich und manchmal auch hektisch zugeht. Mauretanier haben übrigens keinen Grund, den Sinn und Zweck eines Tierkaufs zu leugnen. Kamele dienen der Erzeugung von Fleisch, Milch, Leder und Prestige. Es ist daher nur folgerichtig, – wenngleich für westliche Besucher vielleicht befremdlich – dass sich noch auf dem Markt ein Schlachthaus befindet, das täglich genutzt wird und besichtigt werden kann.

Was gibt es noch?

Auf Wunsch zeigen wir unseren Besuchern in Nouakchott auch den Stadtgarten, die marokkanische Moschee, den Zeltmarkt und das Handwerkszentrum Centre d´Artisanat. Es gibt vieles zu sehen. Übrigens wurde Nouakchott nicht zufällig zur Hauptstadt ernannt. Seine zentrale Lage ermöglichte die Verbindung mit allen größeren Städten. Daher eignet sich die Stadt auch ideal als Ausgangspunkt für alle unsere Touren.


Nouakchott-Touren

Nouakchott City Tour
Vielfalt am Platz der Winde – Ein ganzes Land in a nutshell
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Zwischen Mali-Reich und Almoraviden – Auf den Spuren des Südens
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Viermal Ksour in einer Tour – dazu 3000 km Wüste, Oasen und Felszeichnungen
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Drei Tage Erholung, Action und Bildung im Herz Mauretaniens
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Terjit, Chinguetti, Ouadane, Guilb er Richat und eine Zugfahrt wie keine andere
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Die klassischen Städte, die schönsten Oasen und am Ende der Eisenerzzug
13 Tag(e)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Nouakchott

Welche Schlafmöglichkeiten bietet Nouakchott?
Eine nach mauretanischen Maßstäben eher hochpreise Hotel-Option stellt das Semiramis Hotel Centre Ville im Stadtteil Capitale dar. Ebenfalls in Capitale liegt das Le K - Maison d'hôtes, mit dem sich Besucher bisher sehr zufrieden zeigten. Weiterhin empfehlen wir, immer auch bei Couchsurfing und airbnb zu suchen. Es gibt inzwischen eine kleine Community an Hosts.
Für wie viele Übernachtungen lohnt sich Nouakchott für Besucher?
Das kommt ganz auf Ihre Planung an. Mit unserer Nouakchott City Tour decken wir die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt an einem Tag ab. Auch zwei Tage lassen sich ohne Probleme mit Sightseeing in der Hauptstadt verbringen, ohne dass Langeweile aufkommt. Natürlich können Sie auch eine Woche, einen Monat oder ein Jahr bleiben und tiefer in die mauretanische Kultur und die Sprache(n) des Landes eintauchen.
Wie weit ist der Flughafen Nouakchott vom Stadtzentrum entfernt?
Der Hauptstadtflughafen Nouakchott-Oumtounsy liegt 30 km nördlich der Stadt. Wir empfehlen, den Transport von dort in die Stadt vorab zu organisieren und nicht erst vor Ort ein Taxi zu buchen.
Was bedeutet "Nouakchott" übersetzt?
"Nouakchott" bedeutet "Platz der Winde" und entstammt einer Berbersprache.