FAQ

Mauretanien & Corona

Ja, allerdings sollte man sich vorher darüber informieren, ob eine Reise aus dem Senegal und aus Marokko auf dem Landweg möglich ist. Für den Flugbetrieb gilt: Einreise und Aufenthalt sind nach wie vor möglich.

Ja, es gibt in Mauretanien in den größeren Städten kostenlose Testmöglichkeiten, die man rechtzeitig in Anspruch nehmen sollte, um das Land verlassen zu können.

Ihren vorläufigen Höhepunkt hatte die Corona-Pandemie im Land im August 2021. Inzwischen sind Fallzahlen und Mittelwert auf sehr geringem Niveau. Dabei kommt Mauretanien der Vorteil einer geringen Bevölkerungsdichte zu. Allerdings wird auch nicht flächendeckend getestet. Zu keinem Zeitpunkt stand das Leben im Land wirklich still. Abstandsregeln und Hygienekonzepte werden von den meisten Menschen nicht eingehalten. Die Impfquote ist mit 0,5 % vollständig geimpfter Personen (Oktober 2021) noch kaum vorangeschritten. Covid-Tests, Masken und Desinfektionsmittel können an jeder Apotheke und in vielen Supermärkten gekauft werden.

Mauretanien & Sicherheit

Ein Blick auf die Karte zeigt: Mauretanien ist von Staaten umgeben, die teils häufig mit Konflikten in Verbindung gebracht werden. Algerien, Mali, Senegal, Westsahara und de facto Marokko. Davon ist Senegal der konfliktbefreiteste und somit sicherste Staat. In Mali tobt seit 2012 ein Konflikt zwischen Islamisten, Tuareg und Regierung, im Süden Algeriens sind seit Jahrzehnten sehr unregelmäßig die Terroristen von al-Qaida im Maghreb aktiv, und in Gebieten nördlich Mauretaniens kocht der jahrzehntelang eingefrorene Kampf zwischen Marokko und der Polisario (Westsahara) seit 2020 wieder auf, beschränkt sich aber derzeit auf gelegentlichen Artilleriebeschuss der Polisario in die Wüste. Al-Qaida im Maghreb hat auch in Mauretanien Spuren hinterlassen, 2007 kam es zu einem aufsehenerregenden – und bisher letzten – Fall eines Terroranschlags auf Touristen nahe Aleg. Der letzte Angriff auf Sicherheitskräfte liegt ebenfalls bereits zehn Jahre zurück (2011). Polizei und Militär gehen bislang erfolgreich gegen Terrorismus und andere Gefahren vor – mit teils recht sympathischen Methoden (https://www.youtube.com/watch?v=hzVo2OD3XTA&ab_channel=ARTEde). Terroranschläge in Europa sind in den letzten Jahren jedenfalls weitaus häufiger zu verzeichnen gewesen als in Mauretanien.

Der sicher größte Konflikt sind die Auseinandersetzungen im Nachbarland Mali. Doch inwieweit ist Mauretanien davon betroffen? Zwar gibt es malische Flüchtlinge in Mauretanien, dennoch haben sich die Probleme des Failed State Mali nicht nach Mauretanien übertragen.

Bei Reisen in die Grenzregion Algeriens und Malis sollte besondere Vorsicht walten gelassen werden. Allerdings besteht für einen Besuch der Grenze Algeriens auch keine Notwendigkeit, es gibt schlicht nichts zu sehen. Das sehr sehenswerte Oualata wiederum liegt zwar nahe der Grenze zu Mali, allerdings sind keine Berichte zu Vorfällen sicherheitsrelevanter Art in den letzten Jahren bekannt geworden.

Aufgrund der praktisch willkürlichen Grenzziehungen während der Staatsgründung und, daraus resultierend, der Vielzahl unterschiedlicher Ethnien in Mauretanien, die –etwa im Falle der Tukulor und Soninke – auch grenzübergreifend leben, können Konflikte anderer Ursachen auch grundsätzlich in ethnische Konflikte umschlagen. Dies war zuletzt im mauretanisch-senegalesischen Grenzkrieg (1989-1992) der Fall, von dem primär einige Gebiete des zentralen Südens Mauretaniens betroffen waren. Dieser Konflikt allerdings ist bereits Jahrzehnte her und es existiert trotz teils deutlicher sozialer Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien Grund anzunehmen, dass es auch künftig friedlich bleibt. Was macht uns so sicher? Zunächst gibt es in keinem Teil Mauretaniens separatistische Bestrebungen. Weiterhin fungiert der Islam als verbindendes und friedensstiftendes Element in der Gesellschaft. Es scheint beinahe, als seien größere Konflikte zwischen Soudans und Bidhanis ein Teil der Vergangenheit.

Mauretaniens Nachbarn sind Senegal, Westsahara, Marokko, Algerien und Mali. Seit der Aufgabe Spanisch-Marokkos nach Ende der Franco-Diktatur kam es zu einer Teilung der ehemaligen Kolonie zwischen Marokko und Mauretanien. Die Polisario als politische Vertretung der dort lebenden Sahrawis leistete mit algerischer Unterstützung militärischen Widerstand und beschoss sogar mehrfach Nouakchott, sodass Mauretanien seine Ansprüche in den Folgejahren aufgab. Heute hat Mauretanien keine Ansprüche in dem Gebiet mehr und unterhält freundschaftliche Beziehungen zu dem de-facto-Herrscher Marokko und jedenfalls keine feindlichen zu Westsahara. Marokko investiert viel in Mauretanien. Die mauretanischen Beziehungen zu Algerien sind seit dem Krieg bedeutend besser geworden, was inzwischen das Misstrauen des Rivalen Marokko erregt hat. Algerien hat ein Interesse an einem Atlantikzugang und finanziert daher auch den Ausbau der von Tindouf durch Mauretanien führenden Straße nach Zouérat (N1). Ein gemeinsamer Gegner Algeriens und Mauretaniens ist die Terrororganisation al Qaida im Maghreb, die seit Jahrzehnten latent im Grenzgebiet operiert. In den letzten Jahren gab es allerdings auf beiden Seiten der Grenze keine Zwischenfälle mehr.

Mit Mali gibt es grundsätzlich gute Beziehungen, allerdings ist der östliche Nachbar Mauretaniens seit 2012 inzwischen kein stabiler Nachbar mehr und die Sicherung der mehr als 2000 km langen Grenze ist eine Herkulesaufgabe für mauretanische Sicherheitskräfte. Die Beziehungen mit Senegal gestalten sich als am interessantesten, schließlich lebt in Mauretanien eine Soudans-Minderheit. Diese teilt nicht nur ethnische, sprachliche, kulturelle und historische Gemeinsamkeiten mit den Bewohnern südlich des Senegal-Flusses, sondern wird auch öffentlichkeitswirksam vom Staat Senegal protegiert. 1989 bis 1991 gab es einen Grenzkonflikt zwischen beiden Staaten, bei dem hunderte Soldaten ihr Leben verloren. Der Konflikt wurde von ethnischen Zusammenstößen in beiden Staaten und hunderttausendfacher Vertreibung begleitet. Trotz der Beendigung des Grenzkrieges und der weitgehenden Rückführung der Vertriebenen bleibt die ethnische Heterogenität Mauretaniens auch künftig ein mögliches Spannungsfeld für Konflikte, wenngleich hier – und auch das sollte erwähnt werden – in den letzten Jahren Besserungen erzielt worden sind.

Empfehlungen für Touristen

Zunächst empfehlen wir die Lektüre der Seite des Auswärtigen Amtes, (https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/mauretaniensicherheit/219190) um einen generellen Überblick zu erhalten und im Falle einer geplanten Reise alle aktuellen Entwicklungen verfolgen zu können. Grundsätzlich gilt: Mauretanien ist ein weitgehend demonstrationsfreies Land. Aufmärsche tausender Teilnehmer wie in vielen Staaten der arabischen Welt sucht man vergeblich. Es gibt allerdings Ausnahmen: Im Zuge wichtiger Wahlen, allen voran der Präsidentschaftswahl, die turnusmäßig alle fünf Jahre stattfindet (das nächste Mal 2024), kann es zu Protesten kommen. 2019 wurde als Reaktion darauf zwei Wochen lang das gesamte Internet im Land abgeschaltet. Hier sollte als Besucher besser vorgesorgt und der Trip sorgfältig geplant werden – gerne helfen wir weiter.

Abseits politischer Entwicklungen gilt insbesondere in Nouakchott und Nouadhibou: Es gibt Distrikte, die Touristen nachts und vor allem ohne mauretanische Begleitung meiden sollten. Dazu zählen in Nouakchott insbesondere Dar Naim und Arafat. Kriminalität wird innerhalb wie außerhalb Mauretaniens durch Armut begünstigt. Es gibt indes keinen Grund, tagsüber die Straßen der Städte zu meiden. Naiv sollte man natürlich nie sein. Auch hier gilt aber: Mauretanier sind grundsätzlich offen und nicht feindselig gegenüber Fremden eingestellt. Gastfreundschaft ist in Mauretanien ein weitgeschätztes Gut. Dass Probleme aus unachtsamen Verhalten resultieren können (z.B. Fotografieren militärischer Anlagen oder Personal), bedarf keiner weiteren Erklärung.

Das Auswärtige Amt schreibt, dass erhebliche Anschlags- und Entführungsrisiken in Teilen Mauretaniens bestehen. Eine kurze Google-Suche zeigt: Die letzten medial diskutierten Entführungen sind bereits Jahre her. Die Sicherheitssituation hat sich auch in diesem Punkt massiv gebessert. Dennoch sollte einem immer bewusst sein: Das Nachbarland Mali ist ein failed state mit zahlreichen kriminellen und terroristischen Gruppierungen. Auch der Süden Algeriens ist in Teilen nicht sicher. Daher sollte bei Reisen in die ländlichen, vor allem aber grenznahen Gebiete wie Oualata besondere Vorsicht walten gelassen werden.

Grundsätzlich gibt es keine Probleme. Die Behandlung von Touristen etwa bei Fahrzeugkontrollen außerhalb Nouakchotts reicht von reserviert-sachlich bis freundlich. Diese Kontrollen finden außerhalb der Hauptstadt an jeder wichtigen Kreuzung im Land und in Nähe von Sehenswürdigkeiten statt. Hier ist eine besondere Vorbereitung von Dokumenten in ausreichenden Kopien unerlässlich, sofern man Zeit sparen möchte. Bei Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln ist es üblich, dass Touristen seitens der Reiseveranstalter in die hintere Ecke gesetzt werden, um Kontrollen zu umgehen. Es versteht sich von selbst, dass Fotos von Militär und Polizei zu unterlassen sind. Auch sollte man Drohnenflüge in der Nähe nicht durchführen, sonst könnte das Gerät kassiert werden. Da wir die Webseite aktuell halten möchten, leben wir auch von Ihren Erfahrungen. Sollten Sie schlechten Kontakt mit einem Angehörigen der mauretanischen Sicherheitskräfte – etwa bei einer Passkontrolle – erlebt haben, lassen Sie es uns gerne wissen.

Es herrscht kein grundsätzliches Verbot bei der Benutzung von Drohnen in Mauretanien. Allerdings kann es bei der Einfuhr am Flughafen Probleme geben und die Drohne im schlimmsten Fall für die Dauer Ihrer Reise konfisziert werden. Drohnen sollten nicht in der Nähe sicherheitsempfindlicher Bereiche geflogen werden, in Nouakchott empfehlen wir potentielle Flüge eigentlich nur am Port de pêche. Es empfiehlt sich, vorab das Gespräch mit lokalen Verantwortlichen zu suchen, wenn man bestimmte Orte wie etwa die Altstadt von Ouadane filmen möchte.

Mauretanien ist ein islamisch geprägtes und konservatives Land. Auch wenn die Zahl der Touristen steigt, handelt es sich im Vergleich etwa zu verschiedenen Staaten Nordafrikas (Marokko, Tunesien, Ägypten) zu einer sehr geringen Menge. Da wir auch Touren anbieten, die tief ins Landesinnere führen, werden Sie immer wieder Menschen treffen, die den Umgang mit Touristen nicht gewohnt sind. Aus der teils mangelhaften Erfahrung mit Besuchern aus dem Ausland erwachsen teils schöne Früchte: Keine Belästigung auf Wochenmärkten, keine überteuerten Preise bei Auberges, Restaurants und Taxifahrten. Ausnahmen bestätigen sicher die Regel, insbesondere an Plätzen, die mit dem Tourismus vertraut sind.

Durch das, was die Bevölkerung nicht kennt, erwachsen indes auch Normen für Besucher des Landes. In einer konservativen Gesellschaft sollten Kleidernormen eingehalten und allzu große Freizügigkeit vermieden werden. Daher verbietet es sich für Männer und Frauen, zu viel Haut zu zeigen. Hosen, die kürzer als Knielänge sind, sind auch bei Männern nicht gern gesehen. Frauen sollten es unbedingt vermeiden, Ausschnitt zu zeigen. Die Bedeckung der Haare ist für Frauen nicht verpflichtend, selten sieht man auch Mauretanierinnen ohne Hidschab. Allerdings schadet ein solches kulturelles Entgegenkommen nicht, ein lockerer Schal wäre hier völlig ausreichend. Es gibt tatsächlich unter den Soudans einige Frauen, die körperbetonte und dekolletierte Kleidung tragen, auch öffentliches Stillen sieht man bei diesen in sehr seltenen Momenten. Die mauretanische Gesellschaft ist hier vielfältiger als es auf den ersten Blick scheint.
Allerdings geht man unter Vermeidung derartiger Kleidung überhaupt kein Risiko ein, bei irgendeiner Bevölkerungsgruppe einen negativeren Eindruck zu hinterlassen. Es besteht etwa in Terjit oder Mhaireth die Möglichkeit, baden zu gehen. Grundsätzlich sind die Menschen mit Touristen vertraut, auch geschlechterübergreifender Wasserspaß sollte kein Problem sein. In punkto angemessener Badekleidung helfen wir gerne weiter. Aber keine Sorge: Hier muss niemand einen Burkini tragen. Ein anderes Thema: Besucher Mauretaniens dürften es schwer haben, im Land Alkohol zu kaufen. Sollten Sie dennoch die Möglichkeit haben, raten wir Ihnen dringend vom Alkoholkonsum ab. Ähnlich verhält es sich mit jeglichen illegalen Drogen. Rauchen stellt kein Problem dar, im Fastenmonat Ramadan wird indes während dem Sonnenauf- und -untergang neben dem Essen und Trinken auch darauf verzichtet. Es empfiehlt sich daher, in dieser körperlich und geistig anspruchsvollen Zeit öffentliches Rauchen, Trinken und Essen zu vermeiden.

Viele Besucher des Landes empfinden die Freundlichkeit der Mauretanier als angenehm überraschend. Für eine Taxifahrt in Nouadhibou oder Nouakchott zahlen Sie nicht mehr als ein Einheimischer. Und wo immer Sie hinreisen, können spontane Teeeinladungen auf Sie warten. Die Menschen haben echtes Interesse – und verkaufen in der Regel auf dem Markt auch Ihnen zu fairen Preisen. Belästigungen von Touristen sind in Mauretanien kein Thema, allenfalls werden Sie von Kindern in touristisch häufig frequentierten Orten wie Choum oder Terjit nach einem Cadeau gefragt. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Kindern nichts direkt zu geben, sondern bei Interesse einer entsprechenden Vertrauensperson etwa Süßigkeiten zuzustecken, die diese im Anschluss verteilt. Es mag vorkommen, dass Reiseunternehmer z.B. in Atar so etwas wie ein geschäftliches Interesse zeigen. Hier sollte man klar und deutlich seine Absichten kommunizieren, verhandeln und nicht naiv sein. Bei Reisen mit ChingiTours werden Sie sich um derartige Gespräche nicht kümmern müssen.

Geld kann an einigen Banken in Nouakchott, Nouadhibou und manchmal Atar gegen eine kleine Gebühr direkt in Ougiyah (MRU) abgehoben werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, an Grenzübergängen oder bei Händlern auf größeren Marktplätzen Geld zu wechseln. Erwartbar sind das allerdings Orte, wo bezüglich des Wechselkurses Vorsicht geboten ist – vor allem als Tourist. Neben einer direkten Bankabhebung empfehlen wir Ihnen, Geld einfach zum gültigen Tarif bei uns zu wechseln. Wir übernehmen diese Serviceleistung gerne für unsere Kunden. Wir empfehlen unbedingt, vor einer Reise ins Landesinnere für die gesamte Dauer der Tour Bargeld abzuheben. Man weiß nie, wann man das nächste Mal die Möglichkeit dazu hat.

Wichtige Info: 2018 gab es eine Währungsreform. MRO wurde zu MRU. Der Wert der neuen Währung beträgt das Zehnfache der alten. Dabei ist wichtig, dass sich im kollektiven Gedächtnis der Sprachgebrauch erst peu à peu sich wandelt. Ein Taxifahrer in Nouakchott etwa kann sagen, er verlangt für die Fahrt 200 Oughiya (ca. 5 Euro), meint dabei aber nur 20 in der neuen Währung. Darauf ist zu achten. Auch manche Zapfsäulen an Tankstellen zeigen noch die alten Preise an.

Ja, eine Couchsurfing-Community existiert. Sie ist verglichen mit vielen anderen Staaten eher klein, aber existent. Es ist definitiv möglich, Couchsurfing-Hosts etwa in Nouakchott als erste Anlaufstelle für den weiteren Aufenthalt im Land zu sehen. Wichtig dabei ist natürlich die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des Hosts. Hier sollte entsprechende Vorbereitung erfolgen. Im Zweifel helfen auch wir gerne weiter.

Wir empfehlen in jedem Fall den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung vor dem Besuch. Es gibt in Mauretanien Krankenhäuser, Ärzte und Apotheken. Diese sind zunächst für die Medikamente oder Behandlung zu bezahlen, in der Heimat kann man sich das Geld dann wieder holen. Unbedingt sollte man beim anfallenden Kosten eine Quittung ausstellen lassen.

Es empfiehlt sich, immer genügend Bargeld dabei zu haben. Das Bezahlen mit Karte ist abgesehen von einigen Hotels und internationalen Etablissements nicht möglich. Die lokale Währung Ougiyah (MRU) können Sie in einigen Banken in Nouakchott und Nouadhibou abheben, alternativ bieten wir auch den Umtausch Ihres Geldes an.

Nein. Als ehemalige Kolonialsprache genießt das Französische zwar eine große Wichtigkeit und dient insbesondere der in sich mehrsprachigen Soudans-Bevölkerung als Lingua Franca, allerdings wird die Sprache eher seltener von Ḥarāṭīn und Bidhani gesprochen. In den Tourismusregionen Adrars kann man aufgrund der jahrzehntelangen frankophonen Touristen indes davon ausgehen, dass man sich mit Französisch verständigen kann. Im Süden ist es ähnlich, da dort vor allem frankophone Soudans wohnen. Angehörige der Verwaltung inklusive Polizei und Armee sind des Französischen normalerweise mächtig.

Abgesehen von einigen Tour Guides, Bediensteten internationaler Hotels, Auberges und Restaurants, dem Flughafenpersonal und wenigen Teilen der Sicherheitskräfte ist das eher unwahrscheinlich. Weiten Teilen der jungen Bevölkerung in größeren Städten ist die Wichtigkeit des Englischen bewusst, weshalb sie Konversationen gegenüber zumindest aufgeschlossen sind, das Sprachniveau schwankt allerdings stark. In jedem Falle stehen wir Ihnen aber als Berater und Übersetzer zur Seite.

Es empfiehlt sich, nirgendwo im Land Leitungswasser zu trinken, sondern auf Märkten oder in Läden abgefülltes Wasser zu kaufen, sei es in Flaschen oder größeren Kanistern. Der Preis ist absolut akzeptabel. Für einen größeren Trip sollte man vorsorgen und entsprechend viel Wasser kaufen, allerdings lässt sich das in jeder größeren und kleineren Stadt auch nachholen. In Oasen und Dörfern, die nahe an Quellen gelegen sind, z.B. Terjit, ist das Wasser trinkbar.

Die mauretanische Küche besteht hauptsächlich aus Fleisch- und Fischgerichten mit Gemüsebeilagen. Grundsätzlich gilt: Je größer und moderner die Stadt, umso bessere Chancen gibt es auf eine vegetarische oder sogar vegane Küche. Im Landesinneren erfordert das eine größere Vorbereitung und Planung, aber auch hier versuchen wir unser Möglichstes, um Ihren Wünschen bestmöglich entgegenzukommen.

Busverbindungen zwischen den größeren und touristisch wichtigen Städten wie Nouakchott, Nouadhibou und Atar gibt es mehrfach täglich. Sie werden von zentralen Plätzen aus gesteuert und man hat die Möglichkeit der telefonischen Anmeldung oder der Anmeldung vor Ort. Allerdings sollte man damit rechnen, dass die Minibusse auch erst dann losfahren, wenn der letzte Platz besetzt ist. Verspätungen von bis zu zwei Stunden sind daher mit einzukalkulieren. Längere Fahrten sind überdies recht unbequem. Neben den Bussen besteht die Möglichkeit, sich in größeren Orten einen Pickup samt Fahrer zu mieten. Das ist komfortabler und sorgt für größere Flexibilität, was sich natürlich im Preis widerspiegelt. Gerne vermitteln wir hier den entsprechenden Kontakt zu fairen Konditionen.

Die ideale Zeit Mauretanien zu besuchen, ist zwischen November und März. Außerhalb dieser Monate gibt es weniger Tourismus. Zwischen Juli und August herrscht Regenzeit im Süden, in Nouakchott beginnt sie zumeist etwas später und verläuft weniger intensiv. Es kann vorkommen, dass es in den Wüstengebieten das ganze Jahr über nicht regnet. Grundsätzlich bieten wir Touren das ganze Jahr über an. Auch während des Ramadan können Sie Mauretanien bereisen, allerdings steht das gesellschaftliche Leben dann in Teilen tagsüber still.

Das gesellschaftliche Leben steht häufig still und nimmt erst in den Abendstunden Fahrt auf. Ladenbesitzer kann man während des Ramadan tagsüber oft in ihren Läden schlafen sehen. Öffentliches Trinken, Essen und Rauchen sollte vermieden werden, solange die Menschen fasten.

Für Internet und vor-Ort-Telefonie (etwa mit ChingiTours) bietet sich der Erwerb einer SIM-Karte tatsächlich an. Eine solche kann in größeren Städten günstig für ca. 50 Ougiyah (MRU) erworben werden, Guthaben ist zudem in Streifenform an jedem Kiosk in jeder Stadt erhältlich. Es gibt drei Anbieter (Mauritel, Mattel, Chinguitel), von denen Mauritel der größte ist und Gerüchten zufolge den besten Empfang auch im Landesinneren hat.

Ja, es gibt sowohl Campingplätze (z.B. in Atar, Nouadhibou, Kiffa, Tidjikja, Nouakchott) als auch genügend Möglichkeiten, in der Natur zu schlafen und die Einsamkeit der Wüste zu genießen.

Als Tourist sieht man in Ländern wie Mauretanien häufig mehr Elend, als man gewohnt ist. Oft passiert es, dass man um Geld gefragt wird, z.B. von Kindern oder Menschen mit Behinderungen. Im Landesinneren fragen Kinder zudem nach einem „Cadeau“, was nicht unbedingt Geld sein muss. Wie Sie in diesen Situationen reagieren, obliegt letztlich natürlich Ihnen. Unserer Auffassung nach ist es aber ein Fehler, den Menschen direkt Geschenke oder Geld zu geben, da vor allem Kinder künftig häufiger danach fragen werden und ggf. von Angehörigen zum Betteln geschickt werden, statt in die vergleichsweise – kurzfristig – weniger lukrative Schule. Um die Menschen dennoch zu unterstützen, finden sich zumeist Möglichkeiten. So können Sie auf dem Land mit verantwortlichen Personen im Dorf sprechen und diesen Geschenke überreichen, oder Geld an Stiftungen und NGOs überweisen, die sich in zielgerichteten Projekten etwa für Straßenkinder einsetzen. Da etwa in Nouakchott auch gerade ärmere Menschen Minze, Taschentücher oder Miswak (Zahnputzzweige) verkaufen, kann man die Menschen auch mit einem Kauf ihrer Waren unterstützen.

Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten oder öffentlichen Plätzen stellen kein Problem dar. Nimmt man allerdings eine Person in den Fokus (z.B. einen spezifischen Händler oder einen Nomaden in der Wüste), sollte man vorher um Erlaubnis fragen. Es bietet sich an, eine Gegenleistung zu geben – im Falle eines Händlers etwa den Kauf seiner Ware. Direktes Geben von Geld könnte als unhöflich wahrgenommen werden. Im Zweifel helfen unsere Guides gerne weiter.

Das Fotografieren von militärischen und polizeilichen Gebäuden oder Beamten sollte definitiv unterbleiben. Auch bedeutende Wirtschaftsanlagen – erkennbar an der Polizeipräsenz – sollten nicht fotografiert werden, um unnötige Probleme zu vermeiden.

Wenn Sie entscheiden, eigenständig in die Wüste zu fahren, sollten Sie gut vorbereitet sein. Zunächst benötigen Sie unbedingt ein Allrad-Fahrzeug. Achten Sie auf die richtige Fahrtzeit; gut eignen sich Fahrten am frühen Morgen aufgrund der besseren Sandstruktur. Eine ganz entscheidende Frage ist der Reifendruck. Dieser ist von Ihrem Fahrzeug und dem Untergrund abhängig. Als grobe Richtlinie für den Reifendruck kann gelten: Asphalt 100 %, steiniger Untergrund 85 %, Sandpiste 75 %, Weichsanddünen 50%. Im weichen Sand kann ist zudem häufig der 3. Gang die richtige Wahl. Die Versorgung mit ausreichend Benzin, Wasser und Lebensmitteln ist ebenfalls elementar. Nehmen Sie immer mehr mit, als Sie brauchen. Stellen Sie sicher, dass Sie Auflademöglichkeiten und Guthaben für verschiedene Telefone haben, gerade ein Satellitentelefon bietet sich hier an. Legen Sie mit Bekannten vorher vereinbarte Termine fest, an denen Sie sich melden und setzen Sie diese ebenfalls über Ihre geplante Route in Kenntnis. Verzichten Sie nicht auf die richtigen Tools zur Orientierung (s. unten).

Falls Sie auf eigene Faust unterwegs sein wollen, sollten Sie sich gut vorbereiten. Ein GPS-Gerät scheint zur Navigation unabdingbar. Die Preisspanne variiert dabei von unter hundert Euro bis hin zu mehreren tausend. Ein Navigations-Programm für Laptop und Smartphone stellt QuoVadis dar. Auch unter https://de.wikiloc.com/routen/outdoor/mauretanien/ finden Sie Navigationshilfen und profitieren von dem Wissen der bereits dort Gewesenen. Kostenlose OpenStreetMap-Straßenkarten finden Sie ebenfalls auf garmin.openstreetmap.nl. Ebenfalls empfehlenswert sind Maps.Me und MapOut (iOs). Bei aller Liebe zur Technik gilt: Verzichten Sie nie auf analoges Kartenmaterial und einen Kompass.

Natur & Klima

Wie auch in der restlichen Sahara leben in der mauretanischen Wüste zwei Arten der giftigen Viper – die Hornviper und die Avicennaviper. Beide sind mit bloßem Auge in Form und (sandgelber) Farbe kaum voneinander zu unterscheiden, die Größe allerdings weist Unterschiede auf. Während die Avicennaviper eine Länge von bis zu 30 cm erreichen kann, bringt es die Hornviper auf die doppelte Größe. Die Schlangen leben bevorzugt in der Nähe von Pflanzenansammlungen, gerne auch in Mauselöchern. Perfekt getarnt im Wüstensand oder unter Felsspalten sind die Schlangen praktisch nicht zu erkennen. Von November bis März ziehen sich die Vipern zurück und halten eine Art Winterschlaf. Da Hitze auch für Schlangen tödlich sein kann, sind sie im Hochsommer praktisch nie zu sehen.

Zunächst einmal: Verletzungen durch Schlangenbisse kommen in Mauretanien sehr selten vor. Um es überhaupt erst gar nicht zu einem Biss kommen zu lassen, raten wir zunächst einmal, sich in der Nähe von Schlangen nicht hektisch zu bewegen und Abstand zu wahren. Lange Hosen, festes Schuhwerk oder Wanderstiefel, Handschuhe bei Kontakt mit Felsen oder Sträuchern – z.B. bei der Feuerholz-Suche – bei Unsicherheit mit einem Stock oder Stab den Boden abklopfen, bei Dunkelheit eine Taschenlampe benutzen – es gibt viele Möglichkeiten, sich die Dinge einfacher zu machen. Schlangen haben kein Interesse daran, Menschen zu verletzen. Unfälle passieren häufig dann, wenn sie übersehen werden und sich bedroht fühlen.

Im Falle eines Schlangenbisses erfolgen zumeist unmittelbar heftige Schmerzen. Es besteht mitunter Lebensgefahr, sodass sofort ein Arzt konsultiert werden sollte. In den größeren Städten gibt es einen Vorrat an Gegengiften und entsprechender Arznei. Nach spätestens sechs Stunden sollten Symptome aufgetreten sein. Bis dahin sollten alle Gliedmaßen ruhiggestellt werden. Entgegen der landläufigen Meinung sollte die Wunde nicht ausgesaugt, aufgeschnitten oder abgebunden werden. Überhaupt gelangt nur bei etwa der Hälfte der Fälle Gift in die Wunde. Übrigens: Nicht immer ist Panik bei Schlangen angebracht. Die Vipernatter sieht beiden Vipern zum Verwechseln ähnlich, ist aber ungiftig.

In Mauretanien leben Skorpione der Gattung Buthus (Familie Buthidae), die in zahlreichen Unterarten überwiegend in Afrika und Asien, in Teilen auch in Südeuropa verbreitet ist. In Westafrika handelt es sich dabei um die sandfarbene Unterart Feldskorpion (Buthus occitanus).Wie alle Skorpione hat auch dieser einen Giftstachel, allerdings zählt sein Gift zu den vergleichsweise weniger giftigen. Die Reaktionen auf einen Stich sind äußerst unterschiedlich. Von manchen werden nur Schmerzen geschildert, die mit einem Bienenstich vergleichbar sind, Allergiker reagieren mitunter tödlich. In jedem Falle sollte jedoch unmittelbar ein Arzt kontaktiert werden.

Die Wüste ist sicherlich die heißeste Region in Mauretanien. In den Monaten Juli bis August steigen die Temperaturen auf bis zu 50° C. Zwischen November und Februar sind es um die Mittagszeit etwa 30 bis 35° C. Überraschenderweise sind die Nächte kalt, etwa 15 bis 20° C zwischen November und Februar. Dies sollten Sie bei Ihrer Kleider- und Gepäckvorbereitung bedenken.

Ja, der Nordostwind Harmattan überzieht jährlich ab Februar auch Mauretanien. Vor allem zwischen März und April kommt es häufiger zu Sandstürmen, die die Sicht verschlechtern. Es gibt allerdings keinen Zeitpunkt, an dem eine Reise wegen potentieller Sandstürme im Vorhinein verschoben werden sollte.

Mauretanien & Einreise

Flüge nach Nouakchott werden an vielen europäischen und außereuropäischen Flughäfen angeboten. Für Europäer oft bedeutend günstiger ist allerdings der Flug von Paris aus. Da die meisten Flüge ohnehin über Marrakesch oder Dakar (Senegal) abgewickelt werden, kann man auch versuchen, auf eigene Faust einen Anschlussflug zu organisieren, um Kosten zu sparen. Die wichtigsten Fluggesellschaften sind Air Senegal und Royal Air Maroc. Nouakchott-Oumtounsy ist der größte, bedeutendste und einzige täglich angeflogene Flughafen. Der ebenfalls oft genutzte Flughafen Nouadhibou wird zumeist mit einem Zwischenstopp in Gran Canaria angeflogen. In der Tourismus-Saison (November bis April) werden auch wöchentliche Flüge von Paris direkt nach Atar, Hauptstadt der sehenswerten Region Adrar, angeboten. Dieser ist coronabedingt in den letzten Monaten ausgesetzt gewesen, aber ein Blick lohnt sich.

Zunächst zur politischen Situation: Bis 2020 wurde ein schmaler Grenzstreifen südlich von Guerguerat zwischen dem von Marokko annektierten Gebiet der Westsahara und Mauretanien von marokkanischen Truppen eingenommen. Somit gibt es kein Niemandsland mehr, das von der Polisario kontrolliert wird. Das allerdings kann sich zwar jederzeit ändern, hat aber auf den grundsätzlichen Ablauf auf die Einreise von de-facto-Marokko nach Mauretanien keinen Einfluss. Es ist seit 1999 möglich und seit 2002 unproblematisch, von dort nach Mauretanien zu reisen. Die mauretanisch-marokkanischen Beziehungen sind gut, auf absehbare Zeit dürfte sich das nicht ändern. Die Reise auf dem Landweg lohnt sich. Viele Reisende verbinden ihren Trip in das Bilad Shinqit mit einer Tour durch Marokko und den Senegal.

Die letzte unter marokkanischer Kontrolle stehende Stadt in der Westsahara ist ad-Dakhla, von dort sind es noch etwas mehr als 350 km bis zum Grenzposten Guerguerat. Dort sollten die Papiere zuletzt kontrolliert werden. Die Erwartung von bribe (arab. Bakshish) ist keine Seltenheit an diesem Grenzposten. Auf mauretanischer Seite nun findet man sich auf der N2 wieder, die sich wenige Kilometer südlich der Grenze zweiteilt. Entweder fährt man östlich Richtung Bou Lanuar, um ins Landesinnere und auch nach Nouakchott zu gelangen oder man entscheidet sich für die Westroute, die ausschließlich nach Nouadhibou führt. Diese zweitgrößte Stadt in Mauretanien allerdings sollte man sich schon aus touristischen Gründen nicht entgehen lassen.

Viele Reisende verbinden eine Tour nach Mauretanien mit einem Ausflug in den Senegal und Marokko. Von daher erscheint es nachvollziehbar, in Dakar zu landen, das nur 400 km von Nouakchott entfernt liegt. Der wichtigste senegalesisch-mauretanische Grenzübergang führt von Rosso nach Rosso. Kein Scherz, die Stadt heißt auf beiden Seiten der Grenze gleich. Der ernste Hintergrund ist die vorkoloniale Geschichte, als der Senegal-Fluss noch keine Grenze zwischen zwei Staaten markiert hatte. Zur Unterscheidung spricht man daher offiziell von Rosso (Mauretanien) und Rosso (Senegal). Die Fähre über den Senegalfluss, die beide Rossos miteinander verbindet, fährt täglich von 8-12 und 15-18 Uhr (Stand: 31.05.2021). Aufgrund seiner Grenzlage ist Rosso eines der wichtigsten Wirtschaftszentren in Mauretaniens Süden. Es besteht auch die Möglichkeit, über den Staudamm von Diama zu fahren, der seltener frequentiert wird als Rosso – und ein besseres Image hat. Die möglichen Überfahrtszeiten sind täglich zwischen 9 und 18 Uhr. Der Grenzübergang in Diama liegt zudem in unmittelbarer Nähe des sehenswerten Diawling-Nationalparks. Sowohl in Diama als auch in Tindouf ist mit Kosten für die Überfahrt und den Verwaltungsaufwand zu rechnen. Wie immer sind Grenzübergänge eine mögliche Quelle für Wucherpreise und unseriöse Angebote. In diesem Zusammenhang gilt Rosso als weitaus berüchtigter als Diama.

Auf algerischer Seite ist Tindouf die letzte größere Stadt vor der mauretanischen Grenze. Die Stadt verfügt sogar über einen Regionalflughafen. Im August 2018 kam es zum ersten Grenzübergang in der Geschichte beider Staaten überhaupt. Inwieweit dieser allerdings zur täglichen Überquerung zur Verfügung steht, muss noch geklärt werden. Nach Algerien einzureisen gestaltet sich hingegen aufgrund der VISA-Bestimmungen als deutlich schwieriger als in den Nachbarländern.

Eine Einreise aus Mauretanien nach Mali ist ebenfalls möglich bei Néma (Mauretanien) - Adel Bagrou (Mali). Aufgrund der derzeit instabilen politischen Lage raten wir – und das Auswärtige Amt – aber nicht zu Reisen nach Mali.

Als stark islamisch geprägtes Land verbietet sich die Einfuhr von Alkohol und – ebenfalls wenig überraschend – Schweinefleisch. Zwar ist der Konsum von Cannabis etwa in Marokko unter Bewohnern und Reisenden nicht unüblich, allerdings sollte ein Transport nach Mauretanien unter allen Umständen unterbleiben. Bei Drohnen gibt es keine einheitliche Regelung. Mitunter kommt es aber vor, dass eine Drohne am Flughafen konfisziert und erst bei Abreise wieder ausgehändigt wird.

Fahrzeuge müssen unmittelbar an der Grenze angemeldet werden. Dies ist ähnlich wie beim Visum gegen geringen finanziellen Aufwand für 30 Tage möglich. Eine Haftpflichtversicherung bei einer mauretanischen Versicherung ist obligatorisch. Diese wird ebenfalls für 30 Tage ausgestellt und beträgt in der Regel weniger als umgerechnet 100 Euro. Gezahlt wird allerdings in der lokalen Währung Ougiyah (MRU).

Ein Visum ist am Flughafen und an den Grenzübergängen erhältlich. Es kostet 55 EUR / Dollar (Stand Oktober 2021) und ist für 30 Tage gültig. Das Visum kann problemlos in Nouakchott, Nouadhibou und Atar und an den Grenzübergängen für denselben Preis um dieselbe Zeit verlängert werden, allerdings nicht für mehrere Monate im Voraus. Daher empfiehlt es sich, die Verlängerung so kurz wie möglich vor Ablauf des Visums durchzuführen. Wichtig ist, dass man vor dem Antrag auf ein Visum die Adresse der Unterkunft (etwa eines Hotels) parat hat, die man beziehen möchte. Ob man zwecks Reisen dann diese Unterkunft verlässt, ist irrelevant. Wichtig ist für die Behörden, eine Meldeadresse und mauretanische Kontaktperson mit allen Daten zur Erreichbarkeit zu haben. Unbedingt sollte man sich also vor Ankunft Gedanken machen, wo man schlafen wird und wer die Kontaktperson sein wird.

Allgemeines zu Mauretanien

Ja, aufgrund seiner langen und kulturreichen Geschichte (Stichwort: Tichitt-Kultur) sind Felszeichnungen und –gravuren an vielen Stellen zu finden. Bekannt für seine teils jahrtausendealten Kunstwerke sind Agrour nahe des Amogjar-Passes in der Region Adrar, im Tal Trig Choauil östlich des Guilb er Richat, Akreijit in der Tagant-Region sowie die Ruinen von Aoudaghost im zentralen Süden Mauretaniens. Doch auch abseits dieser Plätze finden sich viele Zeichnungen der früheren Bewohner. Die Felsgravuren zeigen dabei häufig unterschiedliche Tiere, Menschen und Jagdszenen. Zu den ältesten Gravuren zählen 6000 Jahre alte Gravuren nahe el-Ghallaouiya.

Es gibt zwei Themen, die das Land zwischen Marokko und Senegal immer wieder aus der Vergessenheit in Bewusstsein und Gespräche derjenigen bringen, die sich sonst oft nicht viel Gedanken um Mauretanien machen. Das ist erstens das angebliche Schönheitsideal korpulenter Frauen, zweitens die Frage der Sklaverei. Belege für das Interesse gerade an diesen Themen finden sich reichlich.

(https://www.youtube.com/watch?v=QJtJcRqV4GI&ab_channel=RTDocumentary, https://www.youtube.com/watch?v=X6VrzGWCq2I&ab_channel=AlJazeeraEnglish, https://www.youtube.com/watch?v=ZM2q7XFOOgg&ab_channel=UnreportedWorld, https://www.youtube.com/watch?v=5yQlOPD8mNo&ab_channel=CNN, https://www.youtube.com/watch?v=whiu9LrYrvg&ab_channel=EqualTimes)

Nun stimmt es, dass Mauretanien eine lange Geschichte der Sklaverei hat. Dabei wurde das Land von zwei Kulturen beeinflusst. In der maurischen, also arabisch-berberischen, Kultur war der Sklavenhandel jahrhundertelang fester Bestandteil der Kultur, ebenso aber gab es innerafrikanische Sklaverei, etwa im Songhai-Reich. Für Mauretanien bedeutet das, dass zwei von drei relevanten Bevölkerungsgruppen, die maurischen Bidhani und die schwarzen Soudans, Sklaverei betrieben, wenngleich das sicher nicht für jeden einzelnen gelten musste. Die dritte Gruppe, die Ḥaraṭīn (von arab. ḥurriya - Freiheit), sind die Nachfahren früherer Sklaven. Die Sklaverei der Bidhani ist dabei bei Weitem bekannter und wird heute hauptsächlich mit Sklaverei in Mauretanien in Verbindung gebracht. Kurz gesagt besteht also überwiegend die Vorstellung von schwarzen Sklaven unter weißen „Besitzern“. Es sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass diese zu kurz greift. Auch treffen Vorstellungen von US-amerikanischer Sklaverei , so etwa als Plantagenhelfer, auf Mauretanien nicht zu. Entweder lebten die Sklaven im Haus ihrer „Besitzer“ und verrichteten allerhand Arbeiten, oder lebten mit ihren nomadisch. Es kam vor, dass sie eigene Familien gründeten und unter Umständen sogar eigene Sklaven hielten. Im Zuge des französischen Kolonialismus wurden erste Gesetze gegen die Sklaverei erlassen, auch führten Dürreperioden in den 1970er- und 80er-Jahren zur Verarmung der „Besitzer“ und somit Entlassung vieler Sklaven. Es gab auch seit der mauretanischen Unabhängigkeit verschiedene Gesetze gegen die Sklaverei, allerdings wurde nie eine wirkliche Roadmap zu deren Umsetzung entwickelt. Offiziell ist Sklaverei seit 2007 unter Strafe gestellt, allerdings gibt es in der Praxis einige Hürden bei Gerichtsprozessen, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Es gibt Menschenrechtsorganisationen, die auch heute noch zahlreiche Sklaven in Mauretaniens Gesellschaft vermuten, vor allem im Landesinneren jenseits größerer Städte. Doch wo beginnt Sklaverei? Fakt ist, dass viele Ḥaraṭīn bei ihren ehemaligen „Besitzern“ geblieben sind, dort auch heute noch Arbeiten verrichten und mit jenen gemeinsam unter einem Dach leben. Fakt ist ebenfalls, dass die mauretanische Gesellschaft äußerst hierarchisch aufgebaut ist und die politische und wirtschaftliche Elite von Bidhani gebildet wird. Durch die mangelnde Aufarbeitung der Vergangenheit und die andauernde Situation der Ungleichheit existiert ein enormes Spannungspotential entlang – mitunter unklarer – ethnischer Linien. Dieses wird, wie auch die Sklaverei insgesamt, tabuisiert. Jedem Besucher wird also empfohlen, dieses Thema, wenn überhaupt, nur in einem geschützten Umfeld zur Sprache zu bringen.

Wie auch bei der Sklaverei ist das Thema „Korpulente Frauen als Schönheitsideal“ vielen jenseits der mauretanischen Landesgrenzen bekannt. Inzwischen gibt es dazu zahlreiche Artikel und Reportagen.

(https://www.youtube.com/watch?v=QJtJcRqV4GI&ab_channel=RTDocumentary, https://www.youtube.com/watch?v=X6VrzGWCq2I&ab_channel=AlJazeeraEnglish, https://www.youtube.com/watch?v=ZM2q7XFOOgg&ab_channel=UnreportedWorld,)

Nun hat das, was von einigen westlichen Personen als Möglichkeit für Empowerment und gegen Bodyshaming ins Felde geführt wird, allerdings einen sehr ernsten Hintergrund. Zunächst: Ja, es gibt in Mauretanien traditionell ein Schönheitsideal korpulenterer Frauen. Dieses ist historisch bedingt und eine Praxis, die ebenfalls in Niger, Uganda, Sudan, Tunesien, Nigeria, Kenia und Südafrika verbreitet ist. Auch in der europäischen Renaissance galt ein Schönheitsideal weiblicher Rundungen, da jene Frauen für besonders gebärfähig gehalten wurden. Es wird vermutet, dass insbesondere in Regionen und zeitlichen Epochen, die durch Lebensmittelknappheit geprägt ist, kurvige Frauen für attraktiv gehalten werden. In Mauretanien und ähnlich nomadisch geprägten Staaten war dieser Umstand lange Zeit gegeben; ein möglicher Grund für das traditionelle Schönheitsideal. In der Vergangenheit führte das häufig sogar zu einer Art Zwangsernährung, insbesondere vor besonderen Ereignissen wie Hochzeiten. Heutzutage allerdings ist Mauretanien kulturell vielfältigen Einflüssen ausgesetzt. Durch den insbesondere medialen Kontakt mit Idealen anderer Länder hat sich unter jüngeren Menschen das Schönheitsideal daher bereits stark gewandelt.

Geschichte und Gesellschaft Mauretaniens wurden und werden stark vom Islam geprägt. Nahezu die gesamte Bevölkerung sind sunnitische Muslime, die allermeisten davon praktizierend. Moscheebesuche und Gebete sind für einen Großteil der Menschen Alltag, das Fasten während des Ramadan wird von nahezu jedem durchgeführt.

 Fischen in Nouakchott

Der Port de Pêche in Mauretaniens Hauptstadt ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten des ganzen Landes. Die Vielfalt der jahrzehntealten Fischerei-Tradition mit ihren bunt bemalten Pirogen ist auf viele Arten beeindruckend. 
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